Zinseszins: Warum sich früh sparen lohnt

Beim Sparen für Kinder ist Zeit der wichtigste Faktor. Durch den Zinseszins wächst das Guthaben mit jedem Jahr etwas schneller. Wir zeigen an Beispielen, was das ausmacht.

So funktioniert der Zinseszins

Werden Zinsen nicht abgehoben, sondern dem Konto gutgeschrieben, bringen sie im nächsten Zeitraum selbst Zinsen. Das ist der Zinseszins. Beim Tagesgeld passiert das automatisch, je nach Bank monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Je häufiger die Gutschrift, desto stärker der Effekt. Bei kleinen Beträgen ist der Unterschied allerdings gering.

Ein Beispiel mit Einmalbetrag

Angenommen, Sie legen zur Geburt 1.000 € an und die Bank zahlt dauerhaft 2 % Zinsen im Jahr: Nach 18 Jahren sind daraus rund 1.428 € geworden. Bei 3 % wären es rund 1.702 €. Würden die Zinsen jedes Jahr abgehoben, kämen nur 360 € beziehungsweise 540 € Zinsen zusammen.

Früh anfangen schlägt hohe Raten

Noch deutlicher wird es bei monatlichen Sparraten. Wer ab der Geburt 25 € im Monat spart, hat bei 2 % Zinsen und monatlicher Gutschrift nach 18 Jahren rund 6.494 € auf dem Konto, eingezahlt wurden 5.400 €. Wer erst zum 10. Geburtstag beginnt, kommt mit derselben Rate nur auf rund 2.600 €. Für das gleiche Ergebnis wie bei einem Start ab Geburt müsste er gut 62 € im Monat sparen.

Die 72er-Regel

Eine Faustregel zeigt, wie lange es dauert, bis sich ein Betrag durch den Zinseszins verdoppelt: 72 geteilt durch den Zinssatz. Bei 2 % sind das rund 36 Jahre, bei 3 % rund 24 Jahre. Für das Sparen bis zum 18. Geburtstag heißt das: Der Zinseszins hilft, das meiste Guthaben entsteht beim Tagesgeld aber durch regelmäßige Einzahlungen.

Den Zinseszins nicht ausbremsen

Zwei Dinge schmälern den Effekt: Steuern und ein niedriger Anschlusszins. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben die Zinsen Ihres Kindes bis 1.000 € im Jahr steuerfrei, mehr dazu im Ratgeber Freistellungsauftrag und NV-Bescheinigung. Sinkt der Zins nach einer Neukunden-Aktion deutlich, kann sich ein Wechsel des Tagesgeldes lohnen.

Gut zu wissen

Die Beispiele gehen von einem gleichbleibenden Zinssatz aus. Beim Tagesgeld ist der Zins variabel und kann steigen oder sinken. Die Grundaussage bleibt: Wer früher beginnt, profitiert länger.

Fazit

Der Zinseszins belohnt Geduld. Schon kleine Beträge, früh und regelmäßig angelegt, wachsen bis zum 18. Geburtstag spürbar. Ein Dauerauftrag aufs Tagesgeld und ein Freistellungsauftrag sorgen dafür, dass der Effekt voll ankommt.

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